Anmelden
Alle KI-News
KI-News · 05. Oktober 2026

Amazon verdient 53 Milliarden Dollar mit Anthropic-Wette, KI-Gewinne schlagen operative Erfolge

Amazons jüngstes Quartal zeigt ein Phänomen, das die ganze Tech-Branche erfasst hat: Der grösste Geldsegen kommt nicht aus KI-Produkten, sondern aus Investitionen in KI-Startups. Von den 62,6 Milliarden Dollar Nettogewinn stammen 53,4 Milliarden aus „sonstigen Einkünften", Gewinne aus Kapitalanlagen, hauptsächlich die Wertsteigerung der Anthropic-Beteiligung. Das ist nicht Geschäftstätigkeit. Das ist Börsen-Glücksspiel.

Die harten Zahlen

  • Amazons Operating Income stieg um 43 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar, AWS wuchs 37 Prozent, doch die 53,4 Milliarden anderen Einkünfte überlagern jeden echten operativen Erfolg
  • Vier Tech-Konzerne (Alphabet, Amazon, Nvidia, Microsoft) kombinierten in einem Quartal über 160 Milliarden Dollar solcher unrealisierten Gewinne, im Vorquartal waren es nur 69 Milliarden
  • Nvidia allein verbuchte 7,7 Milliarden Dollar andere Einkünfte durch SpaceX-Anteile, die es nicht verkauft hat
  • Alphabet generierte 97,98 Milliarden Dollar aus „nicht realisierten Gewinnen auf Aktiensparen", Papiergewinne, kein Umsatz, kein Geld in der Kasse

Warum das spannend ist

Die KI-Boom-Narrative zerbröckelt beim Blick unter die Haube: Die Tech-Giganten rechnen sich ihre Investitions-Wetten als Gewinne an, obwohl kein Kunde Geld zahlt und keine Leistung erbracht wird. Das ist klassische Bilanzschönerei, normalisiert für die Quartalszahlen. Das Kartenhaus hält nur, wenn diese Beteiligungen weiter teurer werden, eine Hoffnung, keine Garantie.

Gleichzeitig zeigen echte Marktdaten Risse: Anthropic-Nutzer wechseln zu günstigeren Alternativen, OpenAI senkt seine effektiven Kosten pro Task ohne Preisnachlass anzukündigen. Das ist ein Preiskampf, den die Gründer nicht gewinnen können. Der einzige harte Indikator ist die Rechnung des einzelnen Kunden, und die ist nicht kollabiert, weil niemandem klar ist, wie KI-APIs langfristig Geld verdienen.

Was das für dich bedeutet

  • Misstraue Quartalszahlen von Tech-Konzernen mit grossem KI-Portfolio: Unterscheide zwischen tatsächlichen Umsatzzielen und Papiergewinnen aus Beteiligungen
  • Beobachte die tatsächlichen Preise für Claude, ChatGPT und andere Modelle, wenn die fallen, ohne dass die Anbieter das zugeben, ist das ein Warnsignal für den Markt
  • Lockouts und Abhängigkeiten bei KI-Verträgen werden teurer, wenn Anbieter unter Druck geraten: Verhandle Kündigungsklauseln und Multi-Anbieter-Strategien jetzt
  • Der KI-Boom wird sich nur selbst finanzieren, wenn KI-Produkte real Geld machen, nicht aus Börsen-Spekulation auf Private-Equity-Anteile

Quellen


Automatisch zusammengefasst aus oeffentlich zugaenglichen Quellen. Keine Rechts- oder Fachberatung.

Was meinst du dazu?

Mitreden im Lab

Kommentieren können Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und bringt dir Tutorials, Werkzeuge und den Stammtisch.

Weitere Meldungen